Gesundheitsnachrichten

Wie erfolgreich ist die Burnoutprävention?
Das Februarheft des Bundesgesundheitsblattes (Band 55, Heft 2, 2012) befasst sich mit dem Leitthema „Burn-out“. Neben der Frage nach der Diagnostizierbarkeit werden Stressbewältigungskonzepte und die Behandelbarkeit auf den Prüfstein gestellt. Das Ergebnis im Hinblick auf die Interventionserfolge: Burn-out-Interventionen sind tendentiell wirksam und 76% aller Interventionen führten nach Auswertung der Studien zu positiven Effekten bei Burn-out oder damit verbundener Symptomatik. Wichtig ist nach den Ergebnissen, dass die Programme auf die spezifischen Bedürfnisse verschiedener Zielgruppen ausgerichtet sind und nachhaltige Unterstützung anbieten(„Refresherangebote“), die den Nutzen verstärken.

Organisationsdiagnose? – Psychisches Befinden in der Arbeitswelt
Mit dem Strukturwandel in der Arbeitswelt wird das psychische Befinden der Menschen immer bedeutsamer für ihre Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft. Jeder fünfte Beschäftigte leidet unter dem Betriebsklima und empfindet es psychisch belastend. Besonders betroffen sind Frauen in nicht leitender Funktion aus dem Dienstleistungsbereich.

Das Sozialkapital eines Unternehmens hängt stark zusammen mit der psychischen Gesundheit der Beschäftigten. Vor allem gespannte soziale Beziehungen zu den eigenen Vorgesetzten, ein geringer Teamgeist im Umgang mit den Kollegen sowie eine nicht genau definierte bzw. nicht ausreichend gelebte Unternehmenskultur spielen eine Rolle. Aber auch fachliche und zeitliche Überforderungen und eine unzureichende Beteiligung an betrieblichen Entscheidungen. Wird dieser Einfluss frühzeitig wahrgenommen, können ein erheblicher Anteil arbeitsbedingter Erkrankungen vermieden werden. (Bundesgesundheitsblatt Februar 2012, P.Rixgens und B. Badura).


Gesundheitsmanagement als Führungsaufgabe
Ist die Führungskraft ein Gesundheits(gefährdungs)faktor?
Die Zusammenhänge zwischen Führung und Gesundheit sind mittlerweile unumstritten. Unangemessenes Verhalten von Führungskräften wie Beleidigungen, Informationsdefizite, Ungleichbehandlung, übermäßig negative Kritik bei ausbleibender Anerkennung, fehlendes Feedback oder Desinteresse, kann bei Menschen zu einem erhöhten Stresspegel führen und letztendlich krank machen. Führungskräfte können laut einer Studie der Bertelsmann-Stifung die Burn-out-Gefährdung ihrer Mitarbeiter beeinflussen, indem sie sich sozial unterstützt fühlen. Gesundheitsgerechte Führung ist lernbar. (Dr. A.K. Matyssek)

 

Arbeitsbedingter Stress – Eine der größten Gesundheitsgefahren
„Heute besteht kein Zweifel mehr daran, dass Stress zu den wichtigsten gesundheitlichen Risikofaktoren zählt, mit denen Menschen in den modernen westlichen Gesellschaften konfrontiert sind. Der amerikanische Stressforscher Cary L. Cooper bezeichnet Stress gar als die Pest des 20. Jahrhunderts.

Auch auf der politischen Bühne wird dem Thema vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt. So hat die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bereits im Jahr 2000 festgestellt, dass arbeitsbedingter Stress eine der größten Bedrohungen für das Wohlbefinden der Beschäftigten darstellt.

Europaweite Befragungen haben ergeben, dass fast jeder dritte Beschäftigte von arbeitsbedingtem Stress betroffen ist. Studien deuten darauf hin, dass 50-60% aller verlorenen Arbeitstage mit Stressproblemen in Zusammenhang stehen.

Zunehmend mehr Personalverantwortliche in Unternehmen sehen sich mit diesem Thema konfrontiert und fragen sich, wie sie die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter angesichts älter werdender Belegschaften  und eines zunehmen psychischen Drucks langfristig erhalten und fördern können.“ (G. Kaluza, Gelassen und sicher im Stress, Heidelberg 2007)